Türkische Vergeltungsangriffe auf das Assad-Regime nach der Luftattacke auf türkische Soldaten in der nordsyrischen Provinz Idlib.
© TRT (Türkische Hörfunk- und Fernsehanstalt)
Luftangriffe auf türkische Soldaten

Syrien: Am Wendepunkt angelangt…

33 türkische Soldaten starben bei einem feindlichen Luftangriff in Syrien. Unabhängig davon wer die gestrigen Luftangriffe gegen türkische Soldaten befohlen oder ausgeführt hat, es stellt einen dramatischen Wendepunkt im gesamten Syrienkonflikt dar.

Es wird ein Wendepunkt in der türkisch-russischen Kooperation in Syrien darstellen, es wird ein Wendepunkt in der gesamten türkischen Flüchtlingspolitik darstellen und es wird ein Wendepunkt in den offiziellen Zielen der Türkei in Syrien darstellen.

Mit den Luftangriffen haben das syrische Regime und seine Bündnispartner, der türkischen Seite jede politische Handlungsoption aus der Hand genommen und sie zu Schritten gezwungen, die bis gestern „aus Rücksichtnahme“ vermieden wurden.

Insbesondere Russland hat das mit dem „Astana-Prozess“ mühsam aufgebaute Vertrauen zerstört und wird die politischen Folgen ihrer Aggression langfristig spüren. Daran werden auch die Vorwürfe nichts ändern mit der Russland seine absurde Aktion im Nachhinein zu begründen versucht.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar ist während einer Ansprache auch auf diese russischen Vorwürfe eingegangen. Weder seien oppositionelle Kämpfer in der Nähe der türkischen Soldaten gewesen, noch sei der russischen Militärführung der Standort der türkischen Soldaten unbekannt gewesen, so Akar.

Alle Bewegungen der türkischen Soldaten seien zuvor mit den Russen abgestimmt worden. Trotzdem habe man die türkischen Soldaten von der Luft attackiert. Auch nach der Kontaktaufnahme nach der ersten Angriffswelle habe man die Angriffe nicht eingestellt, sondern zusätzlich noch die Krankenwagen attackiert.

Vielleicht mag Putin denken, dass er vor dem „finalen Sieg“ steht und man die Türkei mit derartigen Überraschungsangriffen als regionalen Akteur brüskieren oder gar ihr ihre Grenzen aufzeigen kann. Die politische Reaktion der Türkei, aber auch ihre schnellen und präzisen Vergeltungsschläge zeigen, was dieser Angriff für Russlands zukünftige Ambitionen in Syrien bedeuten wird.

Russland wird vielleicht das syrische Regime vorübergehend stützen können, aber es hat keine Zukunft mehr in dieser Region. Es wird weder das syrische Regime dauerhaft halten können, noch sich auf irgendwelche freundlich gesinnte Staaten in der Nachbarschaft berufen können.

Das türkische Militär hat in der Nacht innerhalb nur wenigen Stunden 200 Regimeziele vom Boden und aus der Luft attackiert. 23 Panzer, 5 Hubschrauber, 10 Militärfahrzeuge, 23 Artilleriegeschütze, 3 Waffenlager, 5 Nachschubkolonnen ein SA-17 und ein SA-22 Luftabwehrsystem, 2 Materiallager und ein regionales Hauptquartier wurden komplett zerstört.

329 Regimesoldaten sind „neutralisiert“ worden, so der türkische Verteidigungsminister. Fast alle Vergeltungsangriffe wurden von bewaffneten und unbewaffneten Drohnen aufgezeichnet und sind vom türkischen Hörfunk- und Fernsehanstalt „TRT“ veröffentlicht worden.

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